Kinderfahrradsitz

Kinderfahrradsitz: sicher mit dem Kind unterwegs

Ein Kinderfahrradsitz ist eine praktische Lösung für kurze Alltagswege und Ausflüge mit einem Kind. Er kostet meist weniger als ein Fahrradanhänger, benötigt kaum zusätzlichen Stellplatz und macht das Fahrrad nicht wesentlich breiter. Damit das Kind sicher mitfahren kann, müssen Sitz, Befestigung und Fahrrad zueinander passen. Ebenso wichtig sind ein korrekt eingestelltes Gurtsystem, ein vollständiger Fuß- und Speichenschutz sowie ein Fahrrad, das für das zusätzliche Gewicht ausgelegt ist.

Kinderfahrradsitz hinter dem Sattel
Ein Kinderfahrradsitz muss zum Fahrrad, zum Gewicht des Kindes und zur vorgesehenen Befestigungsart passen. Vor der ersten Fahrt empfiehlt sich eine Probefahrt ohne Kind.

Das erwartet Sie in unserem Ratgeber:

Ab wann darf ein Kind im Fahrradsitz mitfahren?

Ein Kind sollte erst in einem Fahrradkindersitz mitfahren, wenn es über längere Zeit selbstständig und stabil sitzen kann. Der genaue Zeitpunkt ist individuell verschieden. Bei vielen Kindern wird diese Voraussetzung ungefähr zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat erreicht.

Das Alter allein ist jedoch nicht entscheidend. Das Kind muss seinen Kopf auch mit Fahrradhelm sicher halten können und darf während der Fahrt nicht in sich zusammensacken. Im Zweifel sollten Eltern die körperliche Entwicklung mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen.

Zusätzlich gelten die Mindestangaben des Sitzherstellers. Manche Frontsitze werden erst ab neun Monaten oder einem Jahr empfohlen. Ein Sitz darf nicht früher verwendet werden, nur weil das Kind das angegebene Mindestgewicht bereits erreicht hat.

Bis zu welchem Alter ist ein Kinderfahrradsitz erlaubt?

Nach der deutschen Straßenverkehrs-Ordnung dürfen Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr auf einem geeigneten Fahrradsitz mitgenommen werden. Die fahrende Person muss mindestens 16 Jahre alt sein. Für die Beförderung eines behinderten Kindes gilt die Altersgrenze nicht.

Unabhängig von der gesetzlichen Altersgrenze endet die Nutzung, sobald das Kind die Gewichts- oder Größenbegrenzung des Sitzes erreicht. Übliche Heckmodelle sind für maximal 22 kg zugelassen. Bei Frontsitzen liegt die Grenze häufig bei 15 kg. Verbindlich sind immer das Typenschild und die Bedienungsanleitung des konkreten Modells.

Dass ein Kind bereits selbst Fahrrad fahren kann, bedeutet nicht automatisch, dass es längere Strecken im Straßenverkehr bewältigen kann. Für die Entscheidung sollten neben dem Alter auch Verkehrssituation, Strecke, Ausdauer und Fahrpraxis berücksichtigt werden.

Welche Vorschriften gelten für Kinderfahrradsitze?

Der Fahrradsitz muss so beschaffen und befestigt sein, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können. Außerdem darf der Sitz die sichere Bedienung des Fahrrads nicht beeinträchtigen. Lenkung, Bremsen, Schaltung und Beleuchtung müssen uneingeschränkt funktionieren.

  • Die fahrende Person muss mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Das mitfahrende Kind darf grundsätzlich noch keine sieben Jahre alt sein.
  • Der Sitz muss für das Körpergewicht des Kindes zugelassen sein.
  • Ein wirksamer Fuß- und Speichenschutz muss vorhanden sein.
  • Das Kind muss mit dem vorgesehenen Gurtsystem gesichert werden.
  • Der Fahrradsitz muss entsprechend der Herstelleranleitung befestigt sein.
  • Die zulässige Belastung von Fahrrad, Rahmen und Gepäckträger darf nicht überschritten werden.

Aktuelle Kinderfahrradsitze werden üblicherweise nach der europäischen Produktnorm DIN EN 14344 angeboten. Eine Normkennzeichnung ersetzt jedoch keinen unabhängigen Produkttest und keine Prüfung der Fahrradkompatibilität.

Kinderfahrradsitz vorne oder hinten?

Kinderfahrradsitze lassen sich nach ihrer Position und Befestigungsart unterscheiden. Zur Auswahl stehen Frontsitze sowie Heckmodelle für die Montage am Rahmen oder auf einem geeigneten Gepäckträger.

Fahrradsitz vorne

Ein Frontsitz wird hinter dem Lenker montiert. Das Kind sitzt zwischen Lenker und fahrender Person und blickt normalerweise in Fahrtrichtung. Eltern können das Kind gut sehen und mit ihm sprechen. Gleichzeitig bleibt der Fahrradsitz relativ nah am Schwerpunkt des Fahrrads.

Frontsitze sind meistens nur bis 15 kg zugelassen und daher kürzer nutzbar. Sie können das Auf- und Absteigen, Lenken und Treten erschweren. Bei engem Rahmen oder sportlicher Sitzhaltung stoßen die Knie möglicherweise an den Fahrradsitz. Das Kind ist außerdem Fahrtwind, Insekten und aufgewirbelten Fremdkörpern stärker ausgesetzt.

Ein Frontsitz darf weder vor dem Lenker noch so montiert werden, dass er die Lenkbewegung einschränkt. Entscheidend ist die ausdrücklich freigegebene Montageposition des Herstellers.

Fahrradsitz hinten mit Rahmenbefestigung

Bei einem rahmenmontierten Heckkindersitz wird eine Halterung am Sitzrohr des Fahrradrahmens befestigt. Federnde Metallbügel tragen die Sitzschale über dem Hinterrad. Ein Gepäckträger ist dafür häufig nicht erforderlich.

Die federnden Bügel können Unebenheiten abmildern. Gleichzeitig verändert das Gewicht hinter dem Sattel das Fahrverhalten. Besonders beim Anfahren, langsamen Fahren und Schieben kann das Fahrrad leichter schwanken oder kippen.

Die Rahmenmontage ist nicht bei jedem Fahrrad möglich. Ungeeignet können unter anderem sehr kleine Rahmen, ungewöhnlich geformte Sitzrohre, Carbonrahmen, vollgefederte Fahrräder oder ungünstig verlegte Brems- und Schaltzüge sein. Die Freigabe des Fahrrad- und Sitzherstellers ist maßgeblich.

Fahrradsitz hinten auf dem Gepäckträger

Ein Gepäckträgersitz wird auf einem dafür geeigneten Gepäckträger befestigt. Nicht jeder vorhandene Träger darf einen Kindersitz aufnehmen. Die zulässige Tragfähigkeit muss mindestens das Gewicht von Kind und Sitz abdecken. Außerdem müssen Breite, Rohrdurchmesser und Bauform zur Halterung passen.

Eine aufgedruckte Belastungsgrenze von beispielsweise 25 oder 27 kg bedeutet nicht automatisch, dass der Gepäckträger für einen Kinderfahrradsitz freigegeben ist. Die erforderliche Freigabe muss aus den Unterlagen des Träger- oder Fahrradherstellers hervorgehen.

Vor- und Nachteile im Vergleich

  • Frontsitz: guter Kontakt zum Kind und kompakte Abmessungen, aber meist nur bis 15 kg und mit möglichen Einschränkungen beim Lenken und Treten.
  • Hecksitz am Rahmen: häufig gefedert und ohne Gepäckträger nutzbar, aber nicht für jede Rahmenform geeignet.
  • Hecksitz am Gepäckträger: unkomplizierte Position hinter dem Sattel, setzt jedoch einen ausdrücklich geeigneten und ausreichend belastbaren Gepäckträger voraus.

Welche Variante am besten passt, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Körpergröße der fahrenden Person, Rahmengeometrie, Fahrradtyp, Gewicht des Kindes und die tägliche Nutzung spielen zusammen. Eine Montageprobe im Fahrradfachhandel ist deshalb empfehlenswert.

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Kinderfahrradsitz oder Fahrradanhänger?

Ein Fahrradanhänger und ein Kinderfahrradsitz haben unterschiedliche Stärken. Ein Anhänger bietet meistens mehr Wetterschutz, Platz für Gepäck und eine stabile Sitzposition. Je nach Modell können darin auch zwei Kinder mitfahren. Bei einem Sturz des Fahrrads bleibt ein zweispuriger Anhänger häufig stehen.

Ein Kinderfahrradsitz ist leichter, günstiger und benötigt weniger Abstellfläche. Das Fahrrad bleibt schmal, was auf engen Wegen, beim Abstellen und in Fahrradkellern praktisch ist. Für kurze Wege mit einem Kind kann er daher die alltagstauglichere Lösung sein.

Der Anhänger ist breiter und schwerer. An Einmündungen kann er für andere Verkehrsteilnehmer später sichtbar werden als das Zugfahrrad. Eine auffällige Fahne, Beleuchtung und Reflektoren sind daher wichtig. Beim Kinderfahrradsitz wirkt sich das hoch angebrachte Gewicht stärker auf das Gleichgewicht des Fahrrads aus.

Passt ein Kinderfahrradsitz auf jedes Fahrrad?

Nein. Vor dem Kauf müssen sowohl der Kinderfahrradsitz als auch das Fahrrad für die geplante Kombination freigegeben sein. Selbst eine mechanisch passende Halterung ist kein ausreichender Nachweis.

  • Form, Durchmesser und Material des Rahmens
  • Position von Brems- und Schaltzügen
  • Freiraum über Hinterrad und Gepäckträger
  • zulässige Gepäckträgerbelastung
  • zulässiges Gesamtgewicht des Fahrrads
  • Radgröße und Rahmenhöhe
  • Position von Akku, Motor und Federung
  • Abstand zu Sattel, Füßen und Pedalen

Bei Carbonrahmen dürfen Klemmhalterungen nur verwendet werden, wenn der Fahrradhersteller dies ausdrücklich erlaubt. Die punktuelle Belastung kann einen nicht dafür ausgelegten Carbonrahmen beschädigen.

Kinderfahrradsitz auf dem E-Bike

Viele Kinderfahrradsitze können auch auf einem Pedelec montiert werden. Ein Mittelmotor allein verhindert den Einbau normalerweise nicht. Problematisch können jedoch Akkus unter dem Gepäckträger, sehr breite Rahmenrohre, außen verlegte Leitungen oder ein geringes zulässiges Gesamtgewicht sein.

Das zulässige Gesamtgewicht umfasst üblicherweise Fahrrad, fahrende Person, Kind, Kindersitz, Gepäck und weiteres Zubehör. Gerade bei schweren E-Bikes wird die Grenze schneller erreicht als erwartet.

S-Pedelecs mit Unterstützung bis 45 km/h gelten rechtlich nicht als normale Fahrräder. Für sie gelten andere Vorschriften. Ein gewöhnlicher Fahrradkindersitz darf dort nicht ohne ausdrückliche rechtliche und technische Zulässigkeit verwendet werden.

Kinderfahrradsitz richtig montieren

Die Montage unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Allgemeine Schritt-für-Schritt-Anleitungen können die Originalanleitung daher nicht ersetzen. Insbesondere Schraubenanzugsmomente, Adapterpositionen und Sicherheitsabstände müssen genau eingehalten werden.

  • Fahrrad und Befestigungspunkt müssen für den Sitz freigegeben sein.
  • Die Halterung muss vollständig und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment befestigt werden.
  • Steckbügel und Verriegelungen müssen hör- oder sichtbar einrasten.
  • Ein zusätzlicher Sicherungsgurt muss angebracht werden, wenn der Hersteller ihn vorsieht.
  • Der Sitz darf Reifen, Schutzblech, Bremsen oder Gepäckträger nicht berühren.
  • Lenkung, Bowdenzüge und Bremsleitungen müssen frei beweglich bleiben.
  • Der Schwerpunkt darf die vom Hersteller markierte Grenze nicht überschreiten.

Nach der Montage sollte das Fahrrad zunächst ohne Kind geschoben und vorsichtig probegefahren werden. Anschließend müssen alle Schrauben und Verriegelungen erneut kontrolliert werden. Wer bei der Befestigung unsicher ist, sollte den Sitz in einer Fahrradwerkstatt montieren lassen.

Warum der Schwerpunkt wichtig ist

Je weiter der Kinderfahrradsitz hinter der Hinterachse sitzt, desto ungünstiger wirkt sich das Gewicht auf Fahrverhalten und Stabilität aus. Das Vorderrad kann leichter werden und die Lenkung unpräziser reagieren. Viele Sitze besitzen deshalb eine Schwerpunktmarkierung, die nicht hinter der vom Hersteller erlaubten Position liegen darf.

Der Sitz darf aber auch nicht so weit nach vorn montiert werden, dass das Kind oder die Sitzschale die fahrende Person beim Treten berührt. Bei einer Probefahrt müssen Kurven, Anfahren, Bremsen und Schieben getestet werden.

Kind im Fahrradsitz richtig anschnallen

Vor jeder Fahrt müssen Gurte, Fußstützen und Fußschlaufen an die Größe des Kindes angepasst werden. Die Schultergurte sollen eng anliegen, ohne einzuschneiden. Ein zu lockerer Gurt kann von den Schultern rutschen oder dem Kind ermöglichen, aufzustehen.

  • Gurte körpernah und ohne Verdrehungen schließen.
  • Gurtschloss vollständig einrasten lassen.
  • Fußstützen passend zur Beinlänge einstellen.
  • Beide Füße mit den vorgesehenen Schlaufen sichern.
  • Lose Kleidung, Schnürsenkel und Spielzeug von den Speichen fernhalten.
  • Keine Taschen oder Gegenstände am Fahrradsitz befestigen.

Dicke Jacken können verhindern, dass die Gurte eng genug anliegen. Besser geeignet sind mehrere dünne Kleidungsschichten und ein Wetterschutz, der ausdrücklich für den verwendeten Sitz vorgesehen ist.

Braucht das Kind einen Fahrradhelm?

In Deutschland besteht keine allgemeine gesetzliche Helmpflicht. Ein gut sitzender Fahrradhelm ist für Kinder im Fahrradsitz dennoch dringend zu empfehlen. Er kann den Kopf bei einem Sturz oder Zusammenstoß schützen.

Die Rückenlehne sollte so geformt sein, dass der Helm den Kopf nicht unnatürlich nach vorn drückt. Viele aktuelle Modelle besitzen dafür eine Aussparung im oberen Bereich. Der Helm muss waagerecht sitzen und darf weder in die Stirn noch in den Nacken rutschen.

Sicheres Auf- und Absteigen

Beim Hineinsetzen des Kindes besteht eine erhöhte Kippgefahr. Das Fahrrad sollte auf festem, ebenem Untergrund stehen und mit beiden Händen gesichert werden. Ein Zweibeinständer kann die Stabilität verbessern, macht das Fahrrad aber nicht unbeaufsichtigt standsicher.

Das Kind darf niemals allein im Fahrradsitz sitzen bleiben – auch nicht für wenige Sekunden. Ein beladenes Fahrrad kann trotz Ständer plötzlich umkippen. Beim Auf- und Absteigen sollte eine Hand stets das Fahrrad sichern.

Wie verändert ein Fahrradsitz das Fahrverhalten?

Das zusätzliche Gewicht verlängert den Bremsweg und verändert Schwerpunkt und Lenkverhalten. Das Fahrrad reagiert besonders bei geringer Geschwindigkeit und in engen Kurven träger. Bewegungen des Kindes können sich unmittelbar auf die Balance auswirken.

  • Vor der ersten Fahrt ohne Kind an das zusätzliche Gewicht gewöhnen.
  • Langsam und möglichst gerade anfahren.
  • Früher und gleichmäßig bremsen.
  • Schlaglöcher, hohe Bordsteine und abrupte Lenkbewegungen vermeiden.
  • Auf ausreichenden Abstand zu Pollern und parkenden Fahrzeugen achten.
  • Das Fahrrad nicht an steilen Stellen schieben oder abstellen.

Kinderfahrradsitz mit Liegefunktion

Einige Heckmodelle lassen sich für ein schlafendes Kind leicht nach hinten neigen. Dabei handelt es sich nicht um eine vollständig flache Liegeposition. Das Kind bleibt angeschnallt und der Kopf wird durch die Sitzschale gestützt.

Auch bei einem neigbaren Sitz sollte das Kind regelmäßig beobachtet werden. Sinkt es stark in sich zusammen oder kann es den Kopf nicht stabil halten, ist es noch nicht bereit für die Mitfahrt oder benötigt eine Pause. Nicht freigegebene Nackenkissen und zusätzliche Polster können den Gurtverlauf verschlechtern.

Aktuelle Hersteller und Produktfamilien

Der Markt hat sich seit den früheren Tests deutlich verändert. Viele im alten Artikel genannte Modelle sind nicht mehr erhältlich. Aktuelle Kinderfahrradsitze werden unter anderem von Thule, Hamax, Bobike, Urban Iki, Qibbel und Polisport angeboten. Das Sortiment kann sich jederzeit ändern.

Thule-Kinderfahrradsitze

Thule bietet sowohl Front- als auch Hecksitze an. Zu den bekannten aktuellen Produktfamilien gehören Yepp 2 mini, Yepp 2 maxi und RideAlong. Je nach Modell erfolgt die Befestigung am vorderen Gabelschaft, am hinteren Rahmen oder auf einem kompatiblen Gepäckträger.

Die Bezeichnungen „mini“ und „maxi“ weisen auf unterschiedliche Positionen und Gewichtsbereiche hin. Zubehör und Adapter dürfen nicht allein aufgrund des ähnlichen Namens zwischen den Modellen ausgetauscht werden.

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Hamax-Kinderfahrradsitze

Hamax führt Frontsitze sowie Heckmodelle für Rahmen- und Gepäckträgermontage. Bekannte Produktfamilien sind unter anderem Caress, Zenith, Amaze, Siesta und Observer. Ausstattung, Neigungsverstellung und Befestigung unterscheiden sich je nach Ausführung.

Bei ähnlich benannten Rahmen- und Gepäckträgervarianten muss auf die genaue Artikelbezeichnung geachtet werden. Eine Rahmenversion lässt sich nicht automatisch mit einem Gepäckträgeradapter verwenden.

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Bobike, Urban Iki, Qibbel und Polisport

Bobike, Urban Iki, Qibbel und Polisport bieten ebenfalls unterschiedliche Front- und Hecksitze an. Einige Modelle werden direkt auf dem Gepäckträger montiert, andere benötigen eine Rahmenhalterung. Beim Vergleich sollten nicht nur Preis und Design, sondern auch Gurtschloss, Fußschutz, Einstellmöglichkeiten und die Kompatibilität zum Fahrrad berücksichtigt werden.

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Historische Modelle und alte Testergebnisse

Modelle wie Britax Römer Jockey Comfort, Jockey 3, Thule Yepp Mini, ältere RideAlong-Ausführungen, Hamax Sleepy oder verschiedene P4B- und Prophete-Sitze gehören teilweise zu früheren Produktgenerationen. Sie sollten nicht mehr als aktuelle Kaufempfehlungen dargestellt werden.

Ein historisches Testergebnis gilt nur für die damals geprüfte Ausführung. Nachfolgemodelle können ein anderes Gurtschloss, eine veränderte Halterung oder eine überarbeitete Sitzschale besitzen. Umgekehrt lässt sich ein gutes Ergebnis nicht pauschal auf die gesamte Marke übertragen.

Der Britax Römer Jockey 3 wurde in einem früheren Test wegen eines zu leicht zu öffnenden Gurtschlosses abgewertet. Ein solcher Befund sollte nicht mit dem Hinweis relativiert werden, das eigene Kind werde den Verschluss vermutlich nicht öffnen. Bei einem sicherheitsrelevanten Produkt sind bekannte Schwächen ernst zu nehmen.

Fahrradsitz für ältere Kinder bis 35 kg

Für ältere Kinder werden sogenannte Junior-Sitze mit höheren Gewichtsgrenzen angeboten. Diese unterscheiden sich deutlich von einem umschließenden Kinderfahrradsitz für Kleinkinder. Häufig besitzen sie eine einfache Sitzfläche, Fußstützen und einen Hüftgurt.

Vor der Nutzung müssen die straßenverkehrsrechtlichen Altersgrenzen sowie die Freigaben von Fahrrad, Gepäckträger und Sitz geprüft werden. Ein bis 35 kg belastbarer Sitz macht die Mitnahme eines nicht behinderten Kindes ab sieben Jahren in Deutschland nicht automatisch zulässig.

Eine einfache Sitzbank oder ein Polster auf dem Gepäckträger ersetzt keinen geeigneten Kinderfahrradsitz. Besonders wichtig sind sichere Fußstützen und ein Schutz davor, dass Füße oder Kleidung in das Hinterrad geraten.

Offene Sättel und MTB-Kindersitze

Offene Frontsitze für Mountainbikes bestehen häufig aus einem kleinen Sattel, Fußstützen und gegebenenfalls einem Handgriff. Sie besitzen keine umschließende Sitzschale und meist kein Rückhaltesystem. Solche Produkte sind nicht mit einem klassischen Kinderfahrradsitz für Babys und Kleinkinder gleichzusetzen.

Eltern müssen besonders sorgfältig prüfen, für welches Alter, Gewicht, Fahrrad und Einsatzgebiet das Produkt zugelassen ist. Ein beworbenes Höchstgewicht allein sagt nichts darüber aus, ob die Mitnahme im öffentlichen Straßenverkehr zulässig und sicher ist.

Worauf beim Kauf achten?

  • Gewichtsbereich: Der Sitz muss zum aktuellen Gewicht des Kindes passen.
  • Sitzposition: Front-, Rahmen- oder Gepäckträgermontage passend zum Fahrrad auswählen.
  • Fahrradfreigabe: Rahmen, Gepäckträger und Gesamtgewicht kontrollieren.
  • Gurtsystem: Der Gurt muss sicher schließen und eng einstellbar sein.
  • Fußschutz: Fußstützen, Schlaufen und Speichenschutz müssen vollständig vorhanden sein.
  • Helmplatz: Die Rückenlehne darf den behelmten Kopf nicht nach vorn drücken.
  • Bedienung: Fußstützen und Gurte sollten sich einfach, aber kindersicher verstellen lassen.
  • Prüfergebnis: Den aktuellen Test der exakten Modellversion berücksichtigen.
  • Montageprobe: Sitz vor dem Kauf möglichst am eigenen Fahrrad ausprobieren.

Gebrauchten Kinderfahrradsitz kaufen?

Ein gebrauchter Fahrradsitz sollte nur gekauft werden, wenn seine Vorgeschichte bekannt ist. Sitzschale, Halterung, Gurte, Gurtschloss, Fußstützen und Sicherheitsschlaufen müssen vollständig und unbeschädigt sein.

Nach einem schweren Sturz kann die Sitzschale unsichtbare Schäden aufweisen. Fehlen die Originalanleitung oder Teile der Befestigung, sollte der Sitz nicht verwendet werden. Provisorische Schrauben, Gurte oder selbst gebaute Adapter sind ungeeignet.

Kontrolle vor jeder Fahrt

  • Sitzt die Halterung fest am Rahmen oder Gepäckträger?
  • Ist der Fahrradsitz vollständig eingerastet?
  • Ist ein vorgeschriebener Sicherungsgurt angebracht?
  • Funktionieren Gurtschloss und Gurtverstellung?
  • Sind beide Füße gesichert und von den Speichen getrennt?
  • Sitzen Fahrradhelm und Kleidung richtig?
  • Funktionieren Bremsen, Reifen und Beleuchtung?
  • Ist das zulässige Gesamtgewicht eingehalten?

Fazit: Welcher Kinderfahrradsitz passt?

Ein Frontsitz eignet sich vor allem für ein kleineres Kind und kurze Strecken, wenn Fahrrad und Körpergröße der fahrenden Person genügend Platz bieten. Ein Hecksitz ist länger nutzbar und wird je nach Modell am Rahmen oder auf einem freigegebenen Gepäckträger montiert.

Entscheidend ist nicht die längste Ausstattungsliste. Der Fahrradsitz muss zum Kind, zum Fahrrad und zur geplanten Nutzung passen. Besonders bei E-Bikes, Carbonrahmen und Gepäckträgermontagen empfiehlt sich eine Beratung und Montage im Fachhandel.

Mit einem korrekt montierten Sitz, eng eingestellten Gurten, vollständigem Fußschutz und einem passenden Fahrradhelm lassen sich kurze Wege sicherer bewältigen. Vor jeder Fahrt sollten Verriegelung, Gurtsystem und Fahrrad kurz kontrolliert werden.

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Rainer Hoppe

Rainer Hoppe

Produkttester
Über den Autor: Rainer Hoppe ist ein kritischer und professioneller Produkttester. Er hat bereits über 400 Produkte getestet und umfangreiche Testberichte erstellt. Aktuell leitet Rainer unsere Kindersitz Test Reihe. Rainer, Anfang 30, ist ein begeisteter Technik und Computer-Fan, Freizeit-Mountain-Biker sowie ein stolzer und rührender Vater einer kleinen Tochter.
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